Donnerstag, 20. November 2008

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November 2007
aus Entwickler-Magazin Ausgabe: 1.2008
Entscheidungshilfen auch für Linux
Business-Intelligence-Lösungen von Open-Source-Projekten
Michael Matzer



2. Die Spezialisten

Weil die Reporting-Lösungen weiter verbreitet sind als die Analyse-Tools und außerdem weniger Systemleistung beanspruchen, sind sie in der Regel die ersten Produkte, die auf Linux portiert werden. Schon in der ersten Jahreshälfte 2004 wurden die ersten BI-Produkte von Hyperion und Business Objects portiert, seitdem geht es Schlag auf Schlag. Der Grund für die Unterstützung von Linux-Servern: Nach einer im April 2004 veröffentlichten IDC-Studie wird das Marktsegment für Itanium-Server mit dem Linux-Betriebssystem bis zum Jahr 2008 auf 2 Milliarden US-Dollar anwachsen [5].

Business Objects

BusinessObjects XI [6] umfasst integrierte Lösungen für Reporting, Abfragen und Analysen, CPM und Datenintegration. Mit dem Crystal Reports XI Server ist ein verbreitetes Tool für Enterprise Reporting integriert. Da auch Mittelständler immer mehr heterogene IT-Landschaften verwenden, soll ihnen der Server eine umfassende Reporting-Plattform bieten, die vom Hersteller komplett unterstützt wird. Mit Crystal Enterprise 10 stellte Business Objects die verbreitete Reporting Suite Crystal Reports auf Red Hat Enterprise Linux zur Verfügung. Seit 2005 ist die Produktgeneration XI auch auf Novell SuSE zu haben.


Abb. 4: Alles im grünen Bereich? Mit BusinessObjects XI lassen sich auch Dashboards anzeigen

Business Objects erweitert seine Plattform XI laufend um weitere Funktionen für das Corporate Performance Management, um der Übermacht seitens Oracle, Microsoft und Cognos entgegenzutreten. Unter anderem wurde der CPM-Spezialist Cartesis für 220 Mio. Euro gekauft. Die Nutzer können ihre Funktionalität durch Herunterladen von Blaupausen individuell erweitern.

Cognos

Cognos 8 BI [7] ist eine umfassende Suite für Reporting, Analyse und Benachrichtigung, die mit den CPM-Funktionen für Unternehmensplanung und Konsolidierung in Cognos Enterprise Planning integriert ist. Insofern ähnelt dieses Produkt stark dem des Rivalen Business Objects. Doch anders als die Franzosen haben die Kanadier 2006 eine wichtige Allianz mit IBM geschmiedet. Im Rahmen der IBM-Initiative „IBM Linux on POWER“ stellt es alle seine Lösungen für den Einsatz auf Red Hat Linux zur Verfügung. Im Gegenzug verkauft Cognos dafür mit seiner Cognos 8 Special Edition auch IBM Web Sphere und Informationstechnologie. Das Ziel der Allianz ist die Bereitstellung von Komplettsystemen für BI-Lösungen in verschiedenen Branchen.


Abb. 5: Scorecards aus BO Performance Manager zeigen z.B. an, ob Verkaufsziele erreicht werden

Microstrategy

Nach einem spektakulären Absturz anno 2002 konnte CEO Michael Saylor seine Firma vor dem Verkauf bewahren und schon zwei Jahre später eine neue Plattform präsentieren. Microstrategy [8] hat sich auf Großunternehmen mit komplexer, heterogener IT-Infrastruktur (Global 2000) spezialisiert. Entsprechend hoch skalierbar ist seine Plattform Microstrategy 8. Scorecards, Dashboards und Metrics Manager gibt es für die Geschäftsleitung, seit 2003 auch pixelgenaues Enterprise Reporting mit den „Report Services“. OLAP-Analyse von multidimensionalen und relationalen Daten ist ebenso möglich wie Forecasting und prädiktive Analyse mit Data Mining. Zu guter Letzt bietet die Suite Benachrichtigungen und vorbeugende Meldungen. Seit Juli 2005 steht die Plattform auch für das 64-Bit Linux von Red Hat bereit und verfügt damit über einen adressierbaren Hauptspeicher von 64 GByte.

Arcplan

Arcplan [9] unterscheidet sich von den genannten Anbietern durch seine völlig andere BI-Technik. Der Sachbearbeiter arbeitet wie ein Redakteur bei einer Publikation und erstellt seine Berichte oder eine analytische Anwendung am PC. Es handelt sich also mehr um eine Entwicklungsplattform mit zahlreichen Integrationsfunktionen einerseits und vielen Ausgabeoptionen andererseits. Der Zweck dieses Vorgehens ist die Schnelligkeit, mit der diese Ergebnisse erzielt und verteilt werden können. Zweiter Unterschied ist der Ansatz der „Process-driven Analytics“, den Marco Palatini, CEO von Arcplan, verficht. „Im Gegensatz zur traditionellen Business Intelligence sind „Process-driven Analytics“ (Analytics für Geschäftsprozesse) direkt in die zu Grunde liegenden Geschäftsprozesse integriert. Anstatt einen weiteren separaten Arbeitsbereich darzustellen, ermöglichen „Process-driven Analytics“ eine direkte Interaktion mit den Geschäftsprozessen des Unternehmens. Die Suite Arcplan Enterprise 5 unterstützt Novell SuSE ab Version 9.0 und Red Hat ab Version 7.3 auf den Plattformen PC (Intel, AMD) und IBM x-Series (Intel) sowie p-Series (PowerPC).

Informatica

Informatica [10], ein Spezialist für Datenintegration und Business Analytics, hat drei seiner Produkte bereits 2003 für Linux zur Verfügung gestellt: PowerCenter, Warehouse und PowerAnalyzer. PowerCenter transformiert und integriert Daten aus einer großen Bandbreite von Systemen. Die Software bietet den Unternehmen eine einheitliche Rundumsicht auf Kunden- und Betriebsdaten, die entweder in eigenen Data Warehouses oder im Informatica Warehouse gespeichert sind. PowerAnalyzer nutzt diese integrierten Informationen zum schnellen und umfassenden Einsatz von webbasierenden Analytics-Lösungen wie Dashboards, Reporting, Analysen, Ad-hoc-Abfragen, Analytics-Anwendungen für CRM (Vertriebsunterstützung), SCM (Lieferkettenverwaltung) sowie Personal- und Finanzwesen.

SAS

Der Data-Warehouse-Spezialist SAS [11] hat seine BI-Plattform 9 auf Linux für 64-Bit-Prozessoren portiert, d.h. zunächst nur auf Itanium2. SUSE LE 8 und Red Hat Enterprise Linux 5 sind die Plattformen der Wahl, natürlich auch x86-32-Bit-basierte Architekturen. SAS verfügt über eine umfassende Familie von BI-basierten Anwendungen und Infrastrukturkomponenten. Der Enterprise Miner gehört schon fast zum Industriestandard.

Teradata

Data-Warehouse-Spezialist Teradata [12] steht dem in nichts nach, außer in der Palette der BI-Anwendungen – hierfür verlässt sich der Anbieter auf Lösungspartner, wie etwa Cognos, aber auch auf ETL-Spezialisten, wie Ab Initio. Teradata bietet analytisches CRM und Performance Management an, aber auch ein Werkzeug für Data Mining. Chef Technology Officer Stephen Brobst gibt an, im ersten Quartal 2007 habe Teradata „75 Prozent seiner Neusysteme auf Linux“ ausgeliefert. Teradata unterstützt Novell SuSE Linux Enterprise Server (SLES) auf 64-bit-CPUs, seine Tools und Zugriffsprogramme laufen aber auch auf Red Hat.


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